Meine sehr verehrten Damen (und einige sehr verehrte Herren).
Dieser Post heute ist dem starken Geschlecht gewidmet - quasi eine Hommage an die Männer, allem Feminismus zum Trotz.
(Ich mag Feministinnen sowieso nicht besonders.)
Wenn man den Schritt zum eigenen Blog wagt und sein geistiges Eigentum nicht nur in schöne Worte, sondern bitte doch auch noch in noch viel schönere Fotos verpacken möchte, hat unweigerlich dieses eine große Problem:
Und wer macht sie nun, all diese schönen Fotos?
So mancher Liebste wird also plötzlich zum Modefotografen ernannt und hat dann
die Ehre, seine Herzensdame möglichst Editorial like abzulichten – keine
leichte Aufgabe. Die Ausbildung ist mühselig, von häufigen Rückschlägen und Missverständnissen
begleitet und ein erfolgreicher Abschluss ist nur selten gewiss.

Nimmt er diese Herausforderung an (ihre gute Laune ist schließlich
Gold wert), hat er plötzlich ziemlich viel zu beachten: Bitte nicht gegen das Licht fotografieren,
den richtigen Zeitpunkt erwischen, auf Personen im Hintergrund achten, nicht in
dieser Perspektive und goldener Schnitt ? Aha.
Wenn er dann nach strikter Einhaltung jeglicher komplizierter Anweisungen endlich auf den Auslöseknopf drück, voller Stolz und Andacht das Bild betrachtet (schließlich hat er ja alles beachtet) - stößt er oft auf Unverständnis und herbe Kritik.
Nach all den Anleitungen, Anweisungen und dem genauen Kalkül jeglicher Widrigkeit, die uns nicht in dem gewünschten Glanz repräsentieren könnten - wie z.B. Wind (Haare kaputt) hat man dann die eigene Mimik ganz vergessen gehabt.
Hätte er ja mal was sagen können.

Und wie seltsam muss ihnen das alles manchmal vorkommen!
Warum schaut sie nicht in die Kamera, sondern schräg nach unten links? (Ist da
was runtergefallen?), warum findet sie sich auf dem Bild zu dick (sie ist doch
wunderschön!) und wie kann ein gestelltes Bild ungestellt aussehen?
Ungeklärte Fragen, die jedoch durch die Kraft der Liebe, eine gewisse Portion
Bestechung (individuell je nach Person – gerne in essbarer Form) und stetiger Ermunterung
(Liebling, du bist mein Held) besänftigt werden können.
Wer von euch Männern jetzt denkt, es bleibt bei nur der
einen Stellenbesetzung, der irrt sich gewaltig. Neben dem Leben als
Modefotograf, werden im sozialem Bereich
Zusatzqualifikation im Bereich Seelentröster benötigt. Da wird getröstet, wenn
man einen Leser verloren hat, solidarisch mittgewettert über anonyme Kritiken
und neue Leser werden gefeiert, als wären es die eigenen.
Männer, zugegeben, wir sind Prinzessinnen und ihr habt es
oft nicht leicht.
Auch, wenn ihr uns nicht immer verstehen
könnt – keine Sorge, uns geht es umgedreht oft nicht anders. Aber ihr dürft
gerne auch mal Prinz sein. Wir sind ja nicht so.
Outfit
// weiße Longbluse
H&M // vintage Shorts
Levis // mintfarbener Cardigan vom Freund geliehen // derbe braune Lederboots
Pieces // Gliederkette
Flohmarkt //